Bekanntschaft erklärung

Georg Simmel beschreibt in seinem Standardwerk Soziologie (1908) die Freundschaft differenziert und als graduelles Phänomen.

Freundschaft fängt für ihn in dem Moment an, in dem sich zwei Menschen kennenlernen, also um ihre gegenseitige Existenz wissen.

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Er beschreibt die wahrhafte Freundschaft, die für ihn in der Pflege ähnlicher Gesinnungen besteht und gemeinsame Entwicklungen voraussetze.

Es müsse eine Übereinstimmung in den Idealen und im Welt- und Menschenbegreifen vorhanden sein.

Errungenschaften wie das Telefon ermöglichten die Pflege von Freundschaften auch über große Entfernungen hinweg (siehe auch Fernbeziehung).

Durch die mittlerweile weitverbreitete private Nutzung des Internets können Freundschaften noch schneller und auch gezielter gefunden werden.

Einen Sonderfall der Freundschaft sieht Simmel in der Ehe: Das hängt zum einen damit zusammen, dass die Ehe ihren Charakter gewandelt hat.

War bei Montaigne die Ehe noch ein Handel, so ist die Ehe in der Moderne eher von Liebe gekennzeichnet.Wenn die Ehe also eine Liebesbeziehung ist, so wirkt ein freundschaftliches Element.Siegfried Kracauer beschreibt Freundschaft als das engste geistige Verhältnis, das die loseren Beziehungen der Kameradschaft, Fachgenossenschaft und Bekanntschaft mit einfasst.Von dieser Basis aus können die beiden verschieden weit in die „Sphäre“ des anderen eindringen.Die Tiefe und der Umfang des Eindringens hängen von dem ab, was man preisgeben will; diese Grenze ist in der Freundschaft bekannt – der andere wird sie nicht einfach überschreiten.Ann Elisabeth Auhagen definiert Freundschaft als „[…]eine dyadische, persönliche und informelle Sozialbeziehung […] die Existenz der Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit.